Der Aufräumwahn (m)einer Frau (Auszug aus einer meiner Comedynummern)

…ich hab‘ meiner Frau auch mal Medikamente aus der Apotheke gegen zwanghaftes Aufräumen mitgebracht. Konnte die aber schon am Abend nicht mehr wiederfinden.

Der chronische Aufräumfimmel bei Frauen im mittleren Ehealter ist ja wissenschaftlich längst bewiesen. Gerade gestern hab` ich noch einen Artikel darüber im Netz gelesen. Ich kann zwar jetzt keine genaue Quelle angeben, aber mit Google findet man die garantiert. Es sei denn, meine Frau hat zwischenzeitlich auch das Internet gründlich aufgeräumt.

 Meine Frau sagt immer „Schatz, du bist dermaßen unordentlich, ich wundere mich, dass die noch nie ‚nen Tornado nach dir benannt haben.“ Ist natürlich alles Unsinn. Wir haben nur andere Vorstellungen, wie Ordnung zu halten ist.

Ständiger Streitpunkt bei uns auch: Der Wohnzimmertisch. Sie sagt: Der Wohnzimmertisch ist kein Zeitschriftenlager oder Basteltisch. Ich sag: Die Bezeichnung „Wohnzimmertisch“ gibt doch nur darüber Auskunft, wo sich der Tisch befindet. Aber keineswegs darüber, was man darauflegen darf.  Aber es stimmt doch. Ansonsten würde es doch „Untersetzer-Vasen-Blumentisch“ oder „Dekodecke-Teelichter-Tisch“ heißen. Und was sagt meine Frau: Hör‘ mal Mr. Unordnung – wenn man nur das drauflegen dürfte, was im Namen beschrieben ist, dann hätte sich wohl niemand auf der Welt jemals einen Nierentisch gekauft. – oder ?

Um Streit aus dem Weg zu gehen, ist der Wohnzimmertisch gedanklich in Hälften geteilt. Genauer gesagt: In MEINE Hälfte und in IHRE Zwei Drittel! Wir haben das auch festgehalten mit diesem Ding in der Mitte des Tisches – wie heißt es noch gleich? Ach ja: Demarkationslinie.

Ich verstehe auch nicht, warum ihre Fensehbrille auf dem Tisch liegen darf, aber nicht meine Bohrmaschine. Sie sagt: Weil ich die morgen brauche, wenn ich Rosamunde Pilcher gucke. Und ich sag: Ich brauche meine Bohrmaschine auch, wenn Du morgen Rosamunde Pilcher guckst.

Noch ein Beispiel: Meine Arbeitstasche: Die gehöre nicht auf den Flur…