Finanzielles

Kann man mit Mitte 40 noch Vorbilder haben?

Schließlich verschwinden bereits kurz nach der Pubertät gewöhnlich z.B. Poster von geliebten Popstars von den eigenen vier Wänden und unsere Vorbilder werden nicht mehr personalisiert, sondern mit dem Wirken, Handeln und Taten verschiedener Persönlichkeiten verknüpft.

Wenn ich aber auf die letzten zehn oder zwölf Jahre zurückblicke, so sind für mich vor allem zwei Vorbilder erhalten geblieben: Mein Vater (1936-2003), Finanzexperte bei einer Bank und Steve Irwin (1962-2006), ein australischer Naturschützer, der u.a. bedrohte Tierarten in Schutzgebiete umsiedelte und die Einnahmen seiner Dokumentationsserie für Tierschutzzwecke zur Verfügung stellte.

Weiterhin auch beeindruckend sind für mich Personen, die sich hauptberuflich oder ehrenamtlich Organisationen wie z.B. Sea Shepherd anschließen und viel Zeit und/oder Geld investieren, um beispielsweise im Süd-Polarmeer den illegalen Walfang zu beenden. Zugegeben, einige Organisatoren haben für meine Verhältnisse teilweise etwas unorthodoxe Vorgehensweisen aber dennoch stellte ich mir vor ungefähr zwei Jahren die Frage, ob man selbst nicht auch etwas tun solle oder sogar müsse, wenn andere regelmäßig so viel zu einer guten Sache beitragen.

Allerdings kann ich ja schlecht mit einem Kutter rausfahren und Walfänger mit Buttersäureflaschen bewerfen. Mit einer Spendendose durch die Einkaufsstraße zu gehen oder Vogelhäuser für Tierschutzvereine zu bauen, wären sicherlich machbare und auch gute Möglichkeiten. Aber ich glaube, noch effektiver handeln zu können, wenn ich meine Veranlagungen und Energie ganz gezielt einsetze. Und so ist die Idee entstanden, auf der Bühne beispielsweise ein Comedy-Programm anzubieten und die Überschüsse für wohltätige Zwecke – überwiegend für den Natur- und Tierschutz – zu verwenden. Dies kann realisiert werden, weil ich meinen Lebensunterhalt wochentags mit meinem eigentlichen Beruf verdiene, wie jeder Mensch, der alltäglich auf der Arbeit gequält wird, während meine Bühnentätigkeit in meiner Freizeit – vorwiegend an Wochenenden – stattfinden kann.

Trotz dieses Hintergrundes wird in meinem Bühnenprogramm beispielsweise das Thema „Tier- und Naturschutz“ nicht thematisiert. Es werden auch keine Bilder hierzu gezeigt und es gibt auch keine Spendenaufrufe. Es sollen unterhaltsame Augenblicke werden, ohne Probleme des Alltags, ohne Belehrungen und ohne Zwang, Druck und Streß. Satt dessen würde ich mich freuen, wenn Sie genauso viel Spaß an dem Abend haben werden wie ich beim Schreiben der Texte…

Ihr
Niels Romeikat