Kimba – unser Pechvogel der Woche

Kimba der weiße Löwe vom Typ europ. Hauskatze ist der wildeste unserer Mitbewohner.

Er findet es einfach toll, auf dem Flur schon mal eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze aufzunehmen – beim Durchqueren der Küche den Nachbrenner einzuschalten, um dann letztendlich im Wohnzimmer mehrere Pirouetten zu drehen und mit der so physikalisch maximal zu erreichenden Rotationsgeschwindigkeit über den Parkettboden zu gleiten. Gestoppt wird seine Rutschpartie höchstens von Schränken, Tischen oder sonstigen Dingen, die seinem Bewegungsimpuls etwas entgegenzusetzen haben. Auf die meisten Gegenstände in unserem Haushalt trifft das jedoch nicht zu.

Meistens nimmt Kimba gegen Ende der Rutschfahrt aber schon wieder Mittels aller auf dem glatten Boden durchrutschenden Füße beschleunigende Fahrt in die Gegenrichtung auf. Und er hat offenbar Spaß daran, weil er seine sportlichen Einlagen auch lautstark kommentiert. Braucht er aber gar nicht, da man ohnehin alles hört was er macht. Es klingt ungefähr so, als hätte man eine Horde wilder Elefanten im Wohnzimmer. Und so klingt es auch noch ein Stockwerk höher im Schlafzimmer. Dort halten wir uns nämlich gewöhnlich auf, wenn wir schlafen wollen – so ab 23:00 Uhr. Diese Uhrzeit muss Kimba wohl auch sehr genau kennen. Weil er sich pünktlich gegen 22:45 Uhr schon mal warm macht…

Nicht anders verhält es sich, wenn er vom Garten aus kommend, mit Höchstgeschwindigkeit ins Haus rennt. Das macht unser Hund Jojo übrigens auch sehr gern. Nur mit dem Unterschied, das Jojo auf der Terrasse schon mal langsam abbremst. Kimba gibt dagegen noch mal Vollgas – das Abbremsen seines Körpers überlässt er lieber dem Sofa im Wohnzimmer.

Gut dreieinhalb Jahre ging alles gut – diese Woche passierte dann das doch Unvermeidliche: Kimbas Hochgeschwindigkeitsversuche endeten früh morgens vermutlich am massiven Wohnzimmertisch. Gesehen haben wir es nicht – aber gehört. Das Resultat sieht man auf diesem Röntgenfoto (nach der geglückten Operation entstanden):

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Dreifacher Splitterbruch im Unterschenkel-/Wadenbein. Wir hatten schon viel mit unseren Tieren erlebt – aber so etwas war wirklich eine Premiere. Übrigens eine, auf die wir sehr gut verzichten können.

Aber glücklicherweise haben wir aber eine sehr gute Tierärztin – und auch eine verständnisvolle Hausbank. Der gesamte Bewegungsapparat muss jetzt für 6 Wochen unbedingt ruhig gehalten werden. Kein Klettern, kein Springen, kein Blödsinn. Für jeden einleuchtend – nur nicht für unseren Wirbelwind Kimba.

Leider ist unser Kranken- und Quarantänezimmer für eventuelle Tiernotfälle noch nicht bezugsfertig. Also musste eine große Box her, die auch schnell gekauft war. Der nachfolgende Test zeigte: Es passen 2 Hunde gut hinein, also dürfte es auch ausreichend für eine Katze sein.

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Der Platz war tatsächlich ausreichend für Kimba, als wir ihm nach der OP sein neues Zuhause schmackhaft machen wollten. Die Qualität allerdings nicht. Das Material aus Nylon hielt ohne Beschädigungen für ungefähr 3 Stunden stand. Danach war klar, dass ich die knapp 130 Euro lieber hätte für etwas anderes investieren sollen. Vielleicht schon frühzeitig für Fangnetze, wie man sie vom Abfahrtsrennen beim Skisport kennt.

Glücklicherweise konnten wir uns nach diesem Fehlkauf eine stabile Box von unserer Tierärztin ausleihen. Und dort muss Kimba jetzt den größten Teil seiner Freizeit verbringen.

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Ansonsten haben wir ihm – neben dem „10-Tage-Trichter“ – ein Brustgeschirr umgelegt. Dieses verhindert auch zusätzlich das Abstreifen des „Trichers“. Außerhalb dieser Box führen wir Kimba jetzt am Brunstgeschirr mit einer Leine. Auch wenn er – wie jetzt gerade – auf dem Sofa liegt, ist das andere Ende der Leine mit meiner Frau verbunden.

So können mir beide für die nächsten 6 Wochen wenigstens nicht weglaufen ,-)