Unsere Katzen und das Vogelnest

Dass wir mittlerweile vier Katzen haben, hat sich bereits seit Jahren herumgesprochen: Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn…. Alle wissen Bescheid. Und selbst die Wildtiere im Garten, wie die dreiköpfige Igelfamilie oder das Amselpärchen, können unsere Stubentiger schon fast beim Namen nennen. Und umgekehrt. Und irgendwie hat sich hier auf jeder Seite eine Art von Phlegma entwickelt, welches sich darin äußert, dass sich unsere Igel nicht einmal mehr einrollen, wenn eine unserer Katzen ihren Weg kreuzt. Ähnlich vertrödelt reagieren die Amseln. Warum sollte man auch hektisch wegfliegen, wenn lediglich eine Katze auf dem Plattenweg entgegenkommt? Maximal einen Meter zur Seite hüpfen reicht doch. Mir ist das dann aber trotzdem zu heikel und ich klatsche dann zur Sicherheit in die Hände, um die …
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Immer diese Handwerker (Auszug aus einer Lesung vom 01.03.2017)

[…] Ein klassisches Vorurteil gegenüber Handwerkern ist, dass diese mit schmutzigen Schuhen durch die Wohnung gehen und dort an Staub und Dreck alles hinterlassen, was draußen so zu finden war. Der Handwerker fürchtet sich dagegen, dass die Wohnung seinetwegen von oben bis unten mit strahlendweißen Bettlaken ausgelegt wurde. Aber die Furcht vor Verunreinigung ist auf beiden Seiten völlig unbegründet. Denn während der Handwerker auf der neuen und mit Tüchern geschützten Holztreppe in den zweiten Stock schreitet, wird ihm mit Sicherheit der Haltegriff seines Metallwerkzeugkastens abreißen, woraufhin sich dieser krachend und polternd seines schweren Inhaltes entledigt. Und das kleine Staubkörnchen auf der vierten Treppenstufe, die als einzige unbeschädigt blieb, ist jetzt wirklich das kleinste Problem. Denn Sie können garantiert davon ausgehen, …
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Ein Besuch im heutigen Baumarkt (Auszug)

[…] Und selbst wenn es in einem Baumarkt das richtige Ersatzteil für Ihren tropfenden Wasserhahn gibt: Es wird dort niemanden geben, der Ihnen zeigen kann, wo sich der Dichtungsring in diesem Baumarkt befindet. Dieser Sachverhalt hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert: In den 90er-Jahren waren es vor allem Studenten der Fachrichtung Betriebswirtschaft, Jura oder „irgendwas mit Medien“, die zwischen den Semestern in den Baumärkten gejobbt haben. Und dass diese mit praktischen Fragestellungen total überfordert waren, hat schon damals niemanden wirklich überrascht. Heutzutage ist das nicht anders. Mit dem Unterschied, dass heute die Studenten mit wenig Aussicht auf eine geregelte Arbeit aus den Fachbereichen Marketing, Kommunikationsmanagement oder Ähnliches kommen. Diese Leute können zwar auch nicht weiterhelfen, verstehen es aber, …
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Kimba – unser Pechvogel der Woche

Kimba der weiße Löwe vom Typ europ. Hauskatze ist der wildeste unserer Mitbewohner. Er findet es einfach toll, auf dem Flur schon mal eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze aufzunehmen – beim Durchqueren der Küche den Nachbrenner einzuschalten, um dann letztendlich im Wohnzimmer mehrere Pirouetten zu drehen und mit der so physikalisch maximal zu erreichenden Rotationsgeschwindigkeit über den Parkettboden zu gleiten. Gestoppt wird seine Rutschpartie höchstens von Schränken, Tischen oder sonstigen Dingen, die seinem Bewegungsimpuls etwas entgegenzusetzen haben. Auf die meisten Gegenstände in unserem Haushalt trifft das jedoch nicht zu. Meistens nimmt Kimba gegen Ende der Rutschfahrt aber schon wieder Mittels aller auf dem glatten Boden durchrutschenden Füße beschleunigende Fahrt in die Gegenrichtung auf. Und er hat offenbar Spaß daran, weil …
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Immer diese Nachbarn (Auszug aus meiner Lesung vom 21.Januar 2017)

…und was macht unser Rentner Heinz, wenn ihm langweilig wird? Genau! Er wird neugierig! Genauso neugierig wie Sherlock Holmes – nur… ..leider nicht so clever. Seine Frau Waltraut sieht auf dem ersten Blick zwar genauso aus wie Sherlock Holmes Kumpel Doktor Watson, sie leidet aber sichtbar an „Morbus Podolski“. Das sind Menschen, die – nach außen hin gut sichtbar – niemals einen Doktortitel haben können.  Bzw. sie haben höchstens einen Doktortitel – und das für viel Geld – von der Karl-Theodor zu Guttenberg-Universität auf Lummerland, von dem Annette-Schavan-Lehrstuhl auf den rumänischen Antillen oder von der Markus-Söder-Akademie in Bergisch-Bagdad. Waltraut und Heinz – die sind genauso neugierig wie die N*S*A – nur lassen letztere sich nicht immer wieder erwischen! Besonders Waltraut ist …
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Die Bürodekoration (Auszug aus meiner Lesung vom 01. Juli 2016)

…Letzte Woche wurde ich von meiner Firma nach Hannover entsandt. Ich habe einen unserer Lieferanten besucht, genauer gesagt eine EDV-Firma. Für alle die jetzt nicht genau wissen was eine EDV Firma ist: Das hat was mit Computers und so‘n neumodischen Krams zu tun. EDV ist eine Abkürzung – wer sich auskennt weiss, EDV steht für „Etliche Daten-Verluste“. Deshalb hat zum Beispiel auch Facebook sehr viele EDV-Experten. Und die HSH-Nordbank vermutlich auch. Ich habe mich gewundert, warum ich dorthin fahren muss und die nicht zu uns kommen. Schließlich verdienen die mit uns ja einen Haufen Kohle. Als ich die anrief um die genau das zu fragen, hörte ich am anderen Ende der Leitung ein hysterisches Lachen: „Hey Kalle, die Deppen aus Hamburg wollen …
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Mein Verhältnis zur deutschen Stand-Up-Comedy (Auszug aus einer meiner Bühnennummern)

….wenn im wirklichen Leben jemand vor Euch stehen würde, der so wie ein „Stand-upper“ redet, dem würdet ihr doch sowieso nicht lange zuhören, oder ? Stellt euch mal vor, ihr fahrt mit dem Zug von Hamburg nach München und habt diesen Mario Barth im Abteil….“Kennze – kennze – habt hapta….“  Mensch den würde man im nächsten Tunnel aus dem Fenster werfen! Durch die geschlossene Scheibe. Und den Prozeß würde man auch noch gewinnen!  Eigentlich ist doch heute alles Stand up: Hier: Der Urbi et Orbi vom Papst: Alles was er hat ist ein Mikro , ärmliches Äußeres …und seinen Text.  Oder: Bundestagsredner – Standup vom Feinsten: Die ziehen ständig alltägliche Dinge durch den Kakao: nämlich UNS ! Oder die Zwischenfrager im Bundestag: Haben nur sich selber, Mikro, mehr …
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Der Aufräumwahn (m)einer Frau (Auszug aus einer meiner Comedynummern)

…ich hab‘ meiner Frau auch mal Medikamente aus der Apotheke gegen zwanghaftes Aufräumen mitgebracht. Konnte die aber schon am Abend nicht mehr wiederfinden. Der chronische Aufräumfimmel bei Frauen im mittleren Ehealter ist ja wissenschaftlich längst bewiesen. Gerade gestern hab` ich noch einen Artikel darüber im Netz gelesen. Ich kann zwar jetzt keine genaue Quelle angeben, aber mit Google findet man die garantiert. Es sei denn, meine Frau hat zwischenzeitlich auch das Internet gründlich aufgeräumt.  Meine Frau sagt immer „Schatz, du bist dermaßen unordentlich, ich wundere mich, dass die noch nie ‚nen Tornado nach dir benannt haben.“ Ist natürlich alles Unsinn. Wir haben nur andere Vorstellungen, wie Ordnung zu halten ist. Ständiger Streitpunkt bei uns auch: Der Wohnzimmertisch. Sie sagt: Der Wohnzimmertisch ist kein …
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Der „ausbruchsichere“ Garten

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Da wir in unmittelbarer Nähe einer stark befahrenen Straße wohnen, galt es, unseren Garten möglichst ausbruchsicher für unsere Stubentiger zu machen. Wir errichteten zuerst einen 1,60 m hohen Mattenzaun, der an sich schon nicht leicht zu überwinden ist. Alle Katzen blieben auf unserem Grundstück – bis auf unseren Barney. Der kletterte einfach drüber. Also rüsteten wir – nach fleißiger Recherche im Internet – mit einem speziellen „Weidezaungerät“ für Kleintiere und zwei am Zaun befestigten Drähten nach. Aber Barney schien sich nicht wirklich vom kleinen Spannungsstoß beeindrucken zu lassen und lernte, am oberen Ende möglichst schnell hinüber zu klettern – wieder ein Sieg für unseren Ausreißer. Aber mit 50 cm hohen Acrylglas – befestigt am oberen Ende des Zaunes (Idee ebenfalls …
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Tierische Mitbewohner

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Unsere Tiere kamen direkt oder indirekt alle vom Tierschutz zu uns, da wir (meine Frau und ich) die beispielhafte Arbeit dieser Organisationen unterstützen möchten und zudem der Meinung sind, dass Haustiere zuerst von der Straße, aus überfüllten Tierheimen, Vereinen oder Pflegefamilien geholt werden sollten, um weiteren bedürftigen Tieren einen Platz zu ermöglichen. Pflegefamilien haben zusätzlich noch den Vorteil, dass diese schon einige Informationen über das Tier haben und beispielsweise etwas über die Verträglichkeit gegenüber Artgenossen, Kleinkindern etc. und zum sonstigen Verhalten sagen können. Speziell zum Thema Katzenzusammenführung gibt es immer verschiedene Meinungen, wir handhaben es so: Ein Neuankömmling wird bei uns zunächst isoliert in einem Zimmer gehalten, dessen Tür aus einem Holzrahmen, einem Aluminium-Fliegengitter und einer chip-gesteuerten Katzenklappe besteht. Vorteil …
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